Taadaaa, es ist mal wieder soweit. Damit ich das Schreiben nicht verlerne und Kathi nicht immer sagen kann, sie schreibt ja nur, haue ich heute mal in die Tasten. Leider ist meine Woche Urlaub soe- ben zuende gegangen – zum Glück bleibt noch das Wochenende – aber wir haben uns entschlos- sen, diese Woche zu nutzen um einmal mehr das Land der unbegrenzten Möglichkeiten kennen- zulernen. Der Urlaub war außerdem dringend notwendig um mal die Sachen zu erledigen, die schon lange liegen geblieben sind, also sind wir nur für eine Nacht nach Philadelphia gefahren.
Übernachten heißt auch immer ein schönes Hotel finden. Wie immer mache ich die ganze Sache dann ganz schön spannend bis ich mich schluß- endlich auf das richtige Hotel festlege. Es hat sich aber gelohnt und wir haben uns für ein Hotel entschieden, was sogar im Marco Polo Reiseführer als Geheimtip empfohlen wurde. Ein Schnäppchen war es nicht aber dafür waren wir auch fast mitten im historischen Philadelphia direkt am Delaware River. Von unserem Zimmer aus hatten wir sogar Fluß- und Highwayblick. Hört sich jetzt aber schlimmer an als es war. Das Hotel selbst hatte ordentlich Charme und war ausnahmsweise mal nicht nur auf alt gemacht sondern war wirklich alt (aber nicht runter gewohnt) und entsprechend eingerichtet. Unser Zimmer hatte sogar einen Kamin!
Wir sind etwa 3,5 h gefahren da wir logischerweise eine Pause gemacht haben. Wie schon einmal auf der Fahrt nach New York im “Marylandhouse”. Ein Rasthaus vollgestopft mit Fastfoodketten und logischerweise, wie immer und überall, mit einem Starbucks.
Als wir im Hotel ankamen, konnten wir auch sofort einchecken und unser Zimmer beziehen. Also kurzen Buchsenstop gemacht und dann gleich wieder los mit dem frisch gekauften Sportwagen- aufsatz für den Kinderwagen. Kimi will einfach nicht mehr nur in der Babyschale sitzliegen. Wie eine Große kann sie jetzt schon im Sportwagen sitzen.
Bevor wir aber unseren ersten Ausflug in die Altstadt Philadelphias starteten haben wir noch einen Tisch im Restaurant des Hotels reserviert. Wie der Zufall so spielt, ist dieses Restaurant – “Ristaurante Panorama” das Restaurant mit den weltweit meisten offenen Weinen im Angebot. Sage und schreibe ständig über 150 Sorten. Das war der erste Superlativ.
Also auf zur ersten Stadterkundung. Wir waren nicht wirklich vorbereitet aber die nette Dame am Empfang hatte uns eine kleine Karte mitgegeben an der wir uns orientieren konnten. Was wir aber wußten war, daß wir unbedingt die ” Liberty Bell” sehen wollten. Die Glocke, die nach dem Unter- zeichnen der Unabhängigkeitserklärung hier in Philadelphia in der “Independence Hall” geschla- gen wurde. Zweiter Superlativ! Leider hängt die Glocke nicht mehr im Glockenturm, sondern ist in einem Gebäude davor zu besichtigen. Außerdem war Philadelphia auch schon Hauptstadt der neu gegründeten Vereinigten Staaten. Dritter Superlativ! Nachdem wir also die Glocke gesehen hatten, wurde es auch schon langsam dunkel und wir entschlossen uns zum Hotel zurück zu gehen. Richtig einladend war Philadelphia bei Nacht nämlich nicht. Zurück im Hotel haben wir Kim dann ins Bett gebracht und sind dann im besagten Restaurant schön Essen gegangen. Super Essen und super Wein – mit einem Ohr immer am Babyphone was wir mitgenommen hatten. Wir haben uns echt gefreut, dass unser Plan aufging und wir so einen Abend für uns verbringen konnten. Ganz ohne Babysitter. Nicht, dass wir einen hätten, aber wir brauchen ja auch keinen.
Am nächsten Morgen sind wir dann nach dem Frühstück losgelaufen. Es gab Waffeln obwohl es nicht Sonntag war. Stimmt unsere Theorie also doch nicht? Unser Spaziergang führte uns dann vorbei am “Betsy Ross House” und dem “Indepen- dence Visitor Center” zur Cityhall von Philadelphia. Betsy war übrigens die Dame, welche die erste amerikanische Flage genäht hat. Vierter Superlativ! Die Cityhall liegt mitten in Downtown Philadelphia und ist schon von Weitem durch die hohen Türme zu sehen. Obwohl es mitten in Downtown war haben wir uns da nicht wirklich wohl gefühlt. Irgendwie ziemlich dreckig, voller komischer Gestalten und seltsamen Geschäften – die man so gar nicht in Downtown erwartet. Mich hat die ganze Kulisse schon ein wenig an Detroit erinnert und im Dunkeln wären wir da sicher nicht lang gelaufen. Zwischen den Hochhäusern steht ab und zu mal ein altes Haus – mal steht es leer, mal mit einem seltsamen Geschäft.
Leider war der Glockenturm der “Independence Hall” eingerüstet, also war für uns das Wahrzei- chen der Stadt leider nur auf Postkarten zu sehen. Vorbei an der “Carpenters Hall” zurück zum Hotel wo wir noch das Auto hatten. Auf zum nächsten Superlativ – dem Erfinder des “Philadelphia Cheese Steaks”. Superlativ No. 5! Nicht, dass ihr jetzt hier ein Steak erwartet… dieses Steak ist anders. Sehr amerikanisch obwohl vom Italiener Pat Olivieri 1930 erfunden. Dabei handelt es sich um ein Stück italienisches Baguette (gibts das über- haupt?) naja ein Stück längliches Brot was der Länge nach aufgeschnitten und mit dem besagtem Steak gefüllt ist. Das Fleisch sieht aber aus wie Dönerfleisch – es sind also kleine sehr dünn geschnittene Stücken. Was jetzt noch fehlt ist der Käse oder besser die Käsesauce und Zwiebeln. Sieht unmöglich aus, schmeckt aber wirklich gut. Beim Erfinder persönlich natürlich am Besten. Das Ganze kann man dann noch nach Belieben mit Gurken Relish, extra Zwiebeln, Senf und natürlich Ketchup garnieren. Wirklich sehr lecker! Wahrscheinlich sind wir schon zu lange hier…
Nachdem wir auch die Steak abgehakt hatten, stand noch ein Punkt auf unserer Liste. Rocky! Richtig der Film mit Sylvester Stallone hat hier in Philadelphia gespielt. Nicht wirklich ein Superlativ aber ich muss ja die Überschrift rechtfertigen. Also Superlativ Nummer 6! Wer den Film kennt (sollte doch eigentlich jeder gesehen haben oder?), kennt doch sicher die Szene, in der Rocky früh am Morgen durch die Stadt joggt und am Ende eine lange Treppe hinaufläuft und dann zur Stadt blickt. Genau diese Treppen befinden sich vor und gehören zum “Philadelphia Museum of Art”. Eine Rocky Statue gibts da natürlich auch, diese wurde sogar von Stallone persönlich an die Stadt übergeben. Muss man nicht unbedingt wissen aber was man weiß, weiß man. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir natürlich nicht die Einzigen waren die deshalb zu den Treppen gekommen sind. Ständig rennt neben dir jemand die Treppen hoch und reißt oben angekommen die Arme hoch. Wie Rocky eben. Kein wirklich kulturelles Highlight aber schön wars trotzdem und den Film müssen wir uns jetzt natürlich nochmal ganz genau ansehen.
Ich habe fertig.
Gruss Jan


















